Was ist Offsetdruck? – Lesen und Verstehen – Teil 1

Der Offsetdruck ist durch den Wunsch entstanden, kostengünstige Vervielfältigungen für Notenblätter zu bekommen. Alois Senefelder, ein Bühnenautor, war es, der diese Lithographie, auch Steindruck genannt, erfand. Bei der aus Kalkstein bestehenden Hochdruckformen wurden die druckenden Stellen mit einer Fetttusche bedeckt und mit einer leicht sauren Aufbereitung von Gummiarabikum in die Steinoberflächen ätzte. Bildfreie angeätzte Stellen wurden mit Wasser benetzt und konnten daher nicht mit Farbe überzogen werden, sondern es wurden nur die gefetteten Stellen eingefärbt. So wurde das Flachdruckprinzip erfunden. Später wurde mit der Einführung der Zinkplatte Ende des 19. Jahrhunderts durch die beiden Erfinder Ira W. Rubel und Caspar Hermann, Maschinen konstruiert, die durch verschiedene Weiterentwicklungen Rollenoffsetmaschinen gebaut wurden.

Was ist Offsetdruck?

Offsetdruck ist eine Drucktechnik, mit der man hauptsächlich Bücher, Zeitungen, Verpackungen oder auch Werbeaufdrucke fertigen kann. Es handelt sich hierbei um ein indirektes Flachdruckverfahren. Dies ist eines des am meisten genutzten Druckverfahrens. Hierbei kommen der Druckträger und die Druckplatte nicht in Berührung. Auf einem Gummituchzylinder wird die Farbe aufgetragen und von dort auf den Druckstoff aufgetragen. Eine Schonung der Druckplatte ist so gegeben. Eine extrem hohe Möglichkeit an Drucken sei es auf Papier, Kunststoff, Keramik, Karton, Glas oder Bleche. Eine Bedruckung von DVDs ist durch den Offsetdruck (wasserlos) ebenfalls möglich.

Wie funktioniert der Offsetdruck?

Bei einem Druck im Offsetdruckverfahren wird der Druckzylinder mit Feuchtwalzen befeuchtet. Erst dann wird er mit Farbwalzen eingefärbt und bringt so den Druck auf den Bedruckstoff. Die Stellen, die vorher mit Wasser befeuchtet wurden, nehmen keine Farbe auf und daher bleiben beim Bedruckstoff diese Stellen frei. Beim Offsetdruck hat man keine ausgefransten Ränder, sondern man erhält einen absolut scharfen Ausdruck ohne ausgefranste Ränder. Das macht sich besonders bei qualitativen Druckprodukten bemerkbar, Vistenkarten beispielsweise werden oft ganz genau „unter die Lupe“ genommen und sollten immer im Offsetdruckverfahren gedruckt werden.

 

Farbrollen einer Offsetdruck Maschine

 

Der Offsetdruck mit Farbe!

Beim Offsetdruck mit Farben gibt es 3 Grundfarben Cyan, Yellow und Magenta und natürlich Schwarz. Hier handelt es sich dann um Vierfarbdruck. Beim Vierfarbdruck besteht die Maschine aus vier Druckwerken. Die Farben werden also hintereinander auf einer Druckstraße gedruckt und ergeben so ein farbenfreudiges Druckwerk wie z.B. einen bunten Flyer der sofort die Aufmerksamkeit des vorrübergehenden fängt. Hier besteht zusätzlich noch die Möglichkeit eine farblose Lackschicht aufzutragen. Ebenso gibt es Effektfarben wie Perlmutt oder auch Metallic, die den Druck dann noch hochwertiger wirken lassen.

Welche Offsetdruckmaschinen gibt es?

Bei den Offsetdruckmaschinen gibt es zwei Arten. Es gibt die Bogenoffsetdruckmaschine und die Rollenoffsetdruckmaschine. Der Unterschied dieser beiden Maschinen ist, dass bei der Bogenoffsetdruckmaschine einzelne Druckstoffbögen eingelegt werden und bei der Rollenoffsetdruckmaschine auf einer Rolle gewickelte Druckstoff verwendet werden. Hier gibt es viele Konfigurationsmöglichkeiten während des Einsatzes dieser Druckstoffe.
Bei den Bogenoffsetstofen gibt es Formatklassen, die jeweils ein bestimmtes Druckformat aufweisen. Mit dieser Druckmöglichkeit kann man überwiegend Visitenkarten, Werbebroschüren, Kataloge oder Geschäftsberichte drucken und es ist Ein- oder Mehrfarbendruck möglich. Ausgestattet ist die Maschine mit einem Anleger, einem Druckwerk und einem Ausleger. Der Anleger dient dazu die Bogen aufzunehmen, in das Druckwerk zu leiten und im Ausleger zu sammeln oder zu sortieren. Es gibt schnelle Druckmaschinen, die ca. 18.000 Bogen pro Stunde drucken.

Was ist ein Anleger?

Bei einem Anleger wird das Papier im Stapelsystem eingerichtet und von dort einzeln zum Druckwerk befördert. Es werden entweder Einzelbogenanleger und Schuppenanleger eingesetzt. Die Einzelbogenanleger sind bei der Bogenoffsetmaschine ersichtlich. Hier wird jeder Bogen auf dem Anlagestapel vereinzelt und dem Druckwerk weitergegeben. Dies ist jedoch bei größeren Formaten oder schnelleren Druckgeschwindigkeiten schwierig. Es wurden Mehrfarben-Bogenoffset-Maschinen mit Schuppenanleger genutzt, die eine Überlappung der Bögen garantieren und so einen nahtlosen Übergang zum Druckwerk schaffen. So lassen sich heute in nahezu einem Wimpernschlag kartonweise Faltblätter bedrucken, die anschließend nur noch maschinell geschnitten und gefaltet werden müssen.
Druckwerk einer Offesetdruck Maschine

 

Das Druckwerk

Das Druckwerk in der Bogenoffsetmaschine besteht aus einem Druckwerk, einer Druckform, einem Gummituch- bzw. einem Gegendruckzylinder, ebenso ist es mit einem Feucht- und Farbwerk ausgestattet.
Bei der Mehrfarben-Offsetmaschine hingegen ist das Druckwerk mit einem System aus Dreizylinder ausgestattet, welches jeweils mit einem Platten-, Gummituch- und Gegendruckzylinder. Die Mehrfarben-Maschinen haben Übergabetrommeln zwischen den Druckwerken, die die Bögen transportieren von einem Druckwerk zum anderen. Hier werden die Druckformen mit den notwendigen Farbschichten versorgt. Die Farbschicht die auf die Bedruckstoffe aufgetragen wird hat eine Dicke von ca. 0,001 mm. Die Farbschicht wird über den kompletten Druckbogen gezogen.

Der Ausleger

Der Ausleger dient dazu, die bedruckten Bögen aufzunehmen, die durch die Druckwerke gelaufen sind. Die Bögen werden genau auf einem Stapel ausgelegt, wenn sie mit großer Geschwindigkeit auf dem Ausleger ankommen. Sie werden ausgebremst, geradegestoßen und gestrafft. Mit einer Luftströmung, einem Leitblech, eine Bogenbremse und einem Geradestoßer ist dies möglich. Eine genaue Auslageposition ist wichtig für die weitere Verarbeitung. Hier sind auch Trockenaggregate und Pudereinrichtungen eingebaut, die die Bögen auf dem letzten Weg bis zum Ausleger trocknen, da die Druckfarben noch nicht ganz ausgetrocknet und noch schmierig sind. Zum weiteren Verarbeiten müssen jedoch die Bögen absolut trocken sein.

Die Rollenoffsetdruckmaschine

Hier gibt es zwei unterschiedliche Verfahren, das Heatset-Verfahren zum einen und das Coldset-Verfahren zum anderen.
Die erste Variante wird überwiegend zum Druck von Katalogen, Prospekten und Zeitschriften verwendet. Mit der Coldset-Druckmaschine werden überwiegend Taschenbücher und Zeitungen gedruckt. Bei der Rollenoffsetdruckmaschine wird die Papierbahn beidseitig bedruckt.

Wem das an Informationen nicht reicht, der kann sich hier bei Wikipedia belesen

Jasmin Schmidt

Jasmin Schmidt ist Redakteurin bei Overnightprints. Recherchen zu Branchenentwicklungen im Druckbereich, neue Drucktechnologien sowie Marketingstrategien mit Printmedien und klimaneutrale Produktion gehören zu den bevorzugten Themengebieten.

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