Eine Speisekarte ansprechend gestalten – Auf was ist zu achten

Eine ansprechend gestaltete Speisekarte hat einen sehr hohen Stellenwert in gastronomischen Betrieben – Sie ist die Visitenkarte und das Aushängeschild jedes Hauses und viel mehr, als nur eine Auflistung der angebotenen Speisen und Getränke.
Sie spiegelt die Unternehmensphilosophie wider, vermittelt den Stil des Hauses und hat einen großen Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg einer Gastronomie.
Die Speisekarte soll das Interesse der Gäste wecken, den Appetit anregen, neugierig auf den Betrieb machen und einen hohen Wiedererkennungswert haben.
Sie ist damit das wichtigste Werbemittel und Dreh- und Angelpunkt der Gastronomie.

Bei der Erstellung einer Speisekarte gibt es viele Regeln, die beachtet werden müssen, Überlegungen, die in die Gestaltung einfließen und Entscheidungen, die getroffen werden müssen, um ein stimmiges und ansprechendes Gesamtkonzept zu entwickeln.
Erschaffen Sie mit einer aussagekräftigen und individuellen DIN lang Speisekarte als hübschen Aufsteller und Blickfang bleibende Eindrücke bei Ihren Gästen und unterstreichen Sie maßgeblich das Image Ihres Hauses!

Gesetzliche Bestimmungen bei der Erstellung von Speisekarten

Grundsätzlich gibt es einige vorgeschriebene Rahmenbedingungen, die bei der Erstellung einer Karte beachtet werden müssen. Daher ist es sinnvoll, diese von fachkundigen Personen erstellen oder überprüfen zu lassen. Folgende Gesichtspunkte gilt es stets zu berücksichtigen:

Kennzeichnungspflicht

Zusatzstoffe und Konservierungsmittel müssen grundsätzlich in der Speisekarte kenntlich gemacht werden. Diese können in Fußnoten am Ende der Karte gesammelt aufgeführt werden und mit einer Nummer an den jeweiligen Produkten innerhalb des Gerichts aufgezeigt werden. Im Folgenden finden Sie eine Auflistung mit Beispielen der kennzeichnungspflichtigen Lebensmittel:

  • Konservierungsstoffe wie Nitritpökelsalz oder Nitrat: Wurstwaren, eingelegte Salate, Konserven
  • Mit Farbstoff/Koffeinhaltig/Chininhaltig: Alkoholfreie Getränke wie Orangenlimonaden, Cola-Prodoukte, Ginger-Ale, Campari oder Speiseeis
  • Antioxidationsmittel: Trockenprodukte wie Brühen oder Würzmittel
  • Geschmacksverstärker: Gewürzmischungen oder Aromaprodukte, Würzmittel, Glutamat

Ferner müssen Angaben wie geschwärzt, geschwefelt oder gewachst gekennzeichnet werden.

Preisangabenpflicht

Die Preise müssen pro Gericht angegeben und als Inklusivpreis ausgewiesen werden. Mehrwertsteuer, Bediengeld und sonstige Zuschläge sind bereits im ausgewiesenen Preis enthalten.

Allergienverordnung

In jedem gastronomischen Betrieb muss eine Übersicht über Allergie-Faktoren in Lebensmitteln vorhanden und für die Gäste jederzeit gut einsehbar sein.
Diese müssen jedoch nicht separat in der Karte festgehalten werden.

Bei vielen Gästen besonders beliebt ist zudem ein Verweis auf vegetarische und vegane Gerichte, sowie das Angebot, auf Lactoseintoleranz eingehen zu können und in der Zubereitung der Speisen entsprechend Rücksicht auf Lebensmittelunverträglichkeiten zu nehmen. Diese können Sie beispielsweise durch kleine Symbole oder Vermerke neben den Gerichten hervorheben.

Aufbau und Gestaltung

Grundsätzlich sollte eine Speisekarte übersichtlich und informativ sein, ohne überladen zu wirken. Holen Sie sich hier eine Idee zu passenden Schriftarten.
Reizüberflutung und eine zu große Auswahl bringen eher negative Reaktionen mit sich, überfordern den Gast und wirken abschreckend und unorganisiert.
Es bietet sich an, die Speisekarte in der Reihenfolge eine Menüs aufzubauen, so schaffen Sie Übersichtlichkeit.
Die einzelnen Bereiche wie Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts können Sie farblich kennzeichnen und somit die Orientierung vereinfachen.
Wenn Sie keine separate Getränkekarte anbieten, sollten diese im Anschluss an die Gerichte im hinteren Abschnitt der Karte aufgeführt und sinnvoll in Gruppen eingeteilt werden.

Ein schönes Restaurant wird von einer guten Speisekarte unterstrichen
Für Jedes Restaurant empfiehlt sich eine individuelle Speisekarte

Saisonale Angebote oder besondere Empfehlungen der Küche sollten besonders ins Auge fallen. Austauschbare Einlegekarten, die Sie auf der ersten Seite der Speisekarte platzieren, eignen sich für besondere Angebote ausgezeichnet.
So kann auch das Servicepersonal direkt auf Tages- oder Saisonangebote eingehen und so den Verkauf maßgeblich steigern.

 

Stellen Sie ihre Alleinstellungsmerkmale in den Vordergrund.

Beziehen Sie die Produkte von Herstellern aus der Region, stammen die Produkte aus rein biologischem Anbau oder bieten Sie Hausmannskost nach alten Familienrezepten?
Solche Besonderheiten unterscheiden Sie von den Konkurrenten und sollten auf jeden Fall einen gut sichtbaren Platz, möglicherweise in Form einer kleinen Einleitung, innerhalb der Karte einnehmen.

Das Wording für ein gutes Gericht und einen guten Eindruck

Die Schrift sollte grundsätzlich gut lesbar sein, Farb- und Schrifttypexperimente sind auf Speisekarten eher fehl am Platz.
Stellen Sie die Hauptgerichte in den Vordergrund und vermeiden Sie Fremdwörter, aber machen Sie Lust auf die Speisen, indem Sie das Gericht ansprechend präsentieren.
Beachten Sie den sprachlichen Unterschied:

„Hüftsteak mit Pilzen und Kartoffeln“ klingt weniger verlockend als: „Saftiges Hüftsteak vom Rind in einem knusprigen Kräutermantel, marinierte Wiesenchampignons und frische Schwenkkartoffeln“

Welche Bilder auf Speisekarten?

Bilder können die angebotenen Gerichte hervorragend unterstreichen, sollten aber sparsam und effektiv eingesetzt werden.
Fotografieren Sie die tatsächlich in Ihrem Betrieb hergestellten Gerichte und setzen Sie diese in Szene, anstatt sich fremden Bildmaterials zu bedienen.
Dies wirkt authentisch und repräsentativ und schafft Vertrauen bei den Gästen.
Bilder können zu Beginn eines Themengebiets eigenständig einen Platz in der Karte bekommen, beispielsweise durch Trennblätter zwischen Fleisch- und Fischgerichten.
Alternativ können sie auch wie ein Laufband ober- und unterhalb des Textes präsentiert werden, dies ist vor allem bei Imbissgastronomien oder Flyern ein beliebtes Mittel.
Auch in der Ecke neben dem Text können Bilder das Geschriebene dezent unterstreichen und Abwechslung in die Karte bringen.
Vor allem sollten Bilder sich gut in das Gesamtbild der Karte einfügen und mit der farblichen Gestaltung abgestimmt werden.
Sonst wirkt die Speisekarte schnell plakativ oder dilettantisch, die Gerichte sollten für sich sprechen und nur durch das Kartendesign hervorgehoben werden.

Speisekarte mit Kreide auf Tafel malen
Menuetafel als Speisekarte

Überlegen Sie, was Ihr Restaurant ausmacht und wo der Schwerpunkt Ihres kulinarischen Konzepts liegt. Ob Fischrestaurant, Steakhaus, Tapas-Bar oder italienische Spezialitäten – Das Hauptmerkmal Ihres Hauses sollte auf den ersten Blick zu erkennen sein und mit einem aussagekräftigen Titelbild perfekt in Szene gesetzt werden.

Die Speisekarte als Aushängeschild: Welche Karte für welche Gastronomie?

Das Design Ihres Restaurants spiegelt sich in einer optisch ansprechenden Karte wider und ergibt somit ein stimmiges und harmonisches Gesamtbild.
Grundsätzlich sind nach wie vor klassische, gebundene Karten weit verbreitet, können aber durch ein innovatives Design und hochwertige Materialien zum optischen Highlight werden.
Rustikale Restaurants können durch Karten in eleganter Holzoptik das Gesamtbild unterstreichen, stylische Szenebars können durch moderne Farbgestaltung und klare Linien punkten.
Wichtig ist es, ein durchgängiges Konzept zu verfolgen und Farbe, Logo und Material dem Stil Ihrer Gastronomie anzupassen.
Ihrer Kreativität sind grundsätzlich keine Grenzen gesetzt und so kann die Speisekarte zu einem kleinen Kunstwerk werden.

Besonders verrückte Einfälle und ausgefallene Präsentationsformen

Auch Tischaufsteller in Form von wieder beschreibbaren Tafeln oder austauschbaren Karten in Rahmen mit LED-Beleuchtung werden immer beliebter.
Diese eignen sich besonders gut für ein kleines Speisenangebot oder Wochenkarten. Speisekarten als Platzsets haben den Vorteil, dass der Gast die Karte während des gesamten Aufenthalts im Blick hat und die Wahrscheinlichkeit, dass er sich für einen Zwischengang oder ein Dessert entscheidet ist deutlich höher, als wenn die Karte nach dem Bestellen wieder vom Personal entfernt wird.
Bei Eltern und Kindern sind bemalbare Kinderkarten sehr beliebt, da diese die Kleinen während des Aufenthalts gut beschäftigen. In der Anschaffung sind diese sehr günstig, da Sie in großer Stückzahl gedruckt werden können.

Reinigungsmöglichkeit von Speisekarten

Achten Sie stets darauf, dass die Speisekarten leicht zu reinigen oder günstig auszutauschen sind. Flecken, ein Knick in der Karte oder sonstige Mängel führen häufig dazu, dass der Gast den Zustand der Karte auf das Gesamtbild des Restaurant und der Küche überträgt.

In positiver und negativer Hinsicht beeinflusst die Speisekarte das Gesamtbild Ihres Hauses. Investieren Sie daher ausreichend Zeit in ein passendes Kartendesign und spiegeln Sie Ihr Image wieder, verfolgen Sie eine klare Linie und vermitteln Sie dem Gast die Atmosphäre Ihres Hauses.

So wird Ihre Speisekarte zum wichtigsten Verkaufsmittel und ein maßgeblich Mittel zum Erfolg.

 

Jasmin Schmidt

Jasmin Schmidt ist Redakteurin bei Overnightprints. Recherchen zu Branchenentwicklungen im Druckbereich, neue Drucktechnologien sowie Marketingstrategien mit Printmedien und klimaneutrale Produktion gehören zu den bevorzugten Themengebieten.

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