Visitenkarten für Blinde – Wie gehts und warum es sich lohnen kann

Visitenkarten sind seit geraumer Zeit ein äußerst beliebtes Medium zum Austausch wichtiger persönlicher Informationen und Kontaktdaten, was trotz der zunehmend digitalisierten Welt aus der heutigen Gesellschaft nicht wegzudenken ist. Die kleinen Kärtchen werden von diversen Personen und Berufsgruppen genutzt, worunter zum Beispiel Selbstständige, Geschäftsleute oder Mediziner gehören. Die Visitenkarten sind besonders praktisch, da alle gewünschten Daten, wie dem Namen, der Telefonnummer, sowie der E-Mail Adresse oder Webseite an potentielle Kunden weitergegeben werden können. Bei den Karten besteht keine Gefahr, dass Kontaktdaten in hektischen Situationen falsch abgespeichert werden oder durch einen technischen Fehler auf dem Smartphone oder Tablet verloren gehen. Wenn es sich um eine Privatperson handelt oder der Name der Person oder der Firma vergessen wird, dann ist der wertvolle Kontakt weg. Um eine noch breitere Personengruppe ansprechen zu können, wurden spezielle Visitenkarten für blinde Menschen entwickelt, die mit der Brailleprägung ausgestattet sind.

Visitenkarten für Blinde – Was macht die Karte so besonders?

Die Visitenkarte für Blinde wird auf verschiedene Weisen hergestellt. Um die erforderliche Erhöhung für die Blindenzeichen erstellen zu können, wird entweder ein spezielles Pressverfahren genutzt oder neuerdings auch mit Hilfe eines Laserdruckers digital auf die Karte aufgedruckt. So entsteht die ertastbare Blindenschrift. Diese Schrift kann problemlos zu den konventionell gedruckten Informationen hinzugefügt werden. In der Farbe des Hintergrunds, fällt diese beim Lesen nicht auf und erreicht trotzdem die betreffende Person. Da die Brailleschrift, wie sie im Fachjargon genannt wird, aus größeren Symbolen besteht und mehr Platz zu erfühlen benötigt, muss die Auswahl der Informationen jedoch geringer gehalten werden, um so den Leseprozess nicht unnötig zu erschweren. So befinden sich in den meisten Fällen lediglich der Name der Person oder des Unternehmens und die Telefonnummer oder E-Mail Adresse auf der Karte.

Wieso sollte ein Besitzer von Visitenkarten die Brailleschrift aufnehmen?

Wenn eine Visitenkarte mit der Blindenschrift ausgestattet ist, so kann eine noch größere Bandbreite der Menschen erreicht werden und in den Kundenbestand aufgenommen werden. Es gibt in Deutschland und weltweit sehr viele Personen, die eine Sehbehinderung haben. Einigen von denen wird häufig nicht angesehen, dass sie solch eine Behinderung haben und so kann es sein, dass auch sie eine konventionelle Visitenkarte in die Hand gedrückt bekommen. Da sie davon keinen weiteren Nutzen haben, wandert die Karte direkt in den Müll. Mit der Aufnahme der Blindenschrift, wird eine wichtige Grundlage der Integration geschaffen, da niemand wegen seines Sehvermögens vom Informationsaustausch ausgeschlossen wird. Die sehbehinderten Menschen haben mit diesen Visitenkarten die freie Wahl auch selbständig ihr gewünschtes Unternehmen auszuwählen, da sie nicht auf die Übergabe der Kontaktdaten von der Familie oder Bekannten angewiesen sind.

Zielgruppen der Visitenkarten für Blinde

Jeder blinde Mensch hat die gleichen Bedürfnisse und Wünsche, wie ein gesunder Mensch. So kann im Grunde genommen jedes Unternehmen von den speziell angefertigten Kärtchen Gebrauch machen. Da sich die Visitenkarten schnell verteilen lassen, kann der Kundenkreis enorm schnell erweitert werden. Zumal sich die Sehbehinderung auf alle Altersgruppen ausweitet, lässt sich nicht sagen, welche Berufsgruppe oder Person den größten Nutzen von dem Besitz solcher Visitenkarten machen kann. Es gilt so ziemlich die gleiche Regel, wie bei den normalen Karten, was bedeutet, wenn zum Beispiel eine Firma sich dazu entscheiden sollte Visitenkarten erstellen zu lassen, so sind automatisch die blinden Kunden in der Zielgruppe mit eingeschlossen, was im Umkehrschluss heißt, dass, um auch diese erreichen zu können, passende Exemplare erstellt werden müssen.

Welchen Nutzen hat ein Blinder von den Visitenkarten mit Brailledruck?

Da die kleinen Kärtchen ein sehr effizientes Medium für Kontaktdaten sind, haben blinde Menschen die Möglichkeit von den Vorteilen Gebrauch zu machen. Auch blinde Menschen benötigen einen Klempner, einen Gartengestalter oder medizinische Versorgung in Form von Ärzten und Pflegediensten. Am schnellsten und ehesten werden die Fachleute angerufen, an deren Namen man sich erinnern kann oder deren Nummer sowieso schon im Haus herumliegt. Mit einer Visitenkarte mit integriertem Brailledruck ist dieses möglich. Die Größe der Visitenkarte hat zudem den Vorteil, dass sie bequem in der Geldbörse überall mitgenommen werden kann und im Notfall eine wertvolle Hilfe sein kann, wenn zum Beispiel dringend ein Mediziner benötigt wird. Die Kärtchen, die im Alltag weniger benötigt werden, können platzsparend in der heimischen Schublade verstaut werden. So bekommen die Blinden auch ein Stück weit ihrer Selbstständigkeit, da sie auf keine anderen Menschen angewiesen sind, die ihnen die Kontaktdaten heraussuchen können.

 

Jasmin Schmidt

Jasmin Schmidt ist Redakteurin bei Overnightprints. Recherchen zu Branchenentwicklungen im Druckbereich, neue Drucktechnologien sowie Marketingstrategien mit Printmedien und klimaneutrale Produktion gehören zu den bevorzugten Themengebieten.

One thought on “Visitenkarten für Blinde – Wie gehts und warum es sich lohnen kann

  • August 3, 2016 at 10:10
    Permalink

    Das mit der Brailleschrift war mir neu! Danke für die tollen Tipps 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *